Die Idee war überzeugend. Die praktische Umsetzung stellte die Studentinnen allerdings vor einige Herausforderungen.
Brailledrucker sind keine Alltagstechnik, die an jedem Arbeitsplatz zu finden wäre. Auf der Suche nach Möglichkeiten, ihr Konzept umzusetzen, landeten die beiden Studentinnen bei der Servicestelle DiBS der FH Dortmund und erkundigten sich, ob und wie ihre Idee realisiert werden könnte. Schnell wurde deutlich: Einfach „Papier einlegen und drucken“ würde es nicht werden.
Braillepunkte sind ertastbar, weil sie aus dem Papier herausragen. Papierstärke und -format müssen zum Drucker passen. Gleichzeitig verändert die erhabene Schrift die Eigenschaften des fertigen Buches: Brailleschrift hebt die Seiten an. Wenn viele bedruckte Seiten eng gebunden werden, können sich die Seiten auffächern und das Buch lässt sich anders handhaben als ein gewöhnlicher Bildband. Hinzu kam dann noch der Faktor Zeit. Die Anfrage von Julia Wehner und Joline Müller fiel in die besonders arbeitsintensive Phase der Prüfungsunterstützung. Studierende, die aufgrund eines bewilligten Nachteilsausgleichs auf Unterstützung bei der Aufbereitung ihrer Studienmaterialien angewiesen sind, haben im Adaptionsdienst selbstverständlich Priorität. Deshalb war zunächst nicht sicher, ob das Projekt in der angedachten Form überhaupt umgesetzt werden kann.
Das Konzept der Studentinnen war jedoch so ungewöhnlich und unterstützenswert, dass DiBS die Projektidee zusätzlich zu den laufenden Aufgaben begleitete und die notwendigen Vorbereitungen für den Druck traf.
Wenige Tage vor der international besetzten Vernissage war es schließlich so weit. Die Studentinnen brachten ihre vorbereiteten Druckbogen mit. Daraus sollten insgesamt drei Buchexemplare entstehen. Die mit 42 Bildern pro Buch bedruckten Bogen wurden einzeln in den Brailledrucker gelegt und der Brailletext, der aus den textlichen Vorgaben der Studentinnen erzeugt wurde, auf die Bilder gedruckt. Was am Ende entstand, war weit mehr als eine technische Adaption.