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24

Juni
2026
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Kurse und Gruppen in ILIAS: Verwechslungsgefahr?
Ein Beitrag von ILIAS Kompetenzzentrum Kommentare deaktiviert für Kurse und Gruppen in ILIAS: Verwechslungsgefahr? Beiträge, ILIAS, ILIAS Anleitungen

Kurse und Gruppen in ILIAS: Verwechslungsgefahr?

„Warum gibt es zu meiner Lehrveranstaltung eigentlich einen Kurs und zusätzlich noch Gruppen?“

Diese Frage taucht regelmäßig auf, wenn Lehrende ihre Lehrveranstaltung in ILIAS sehen. Schließlich sehen Kurse und Gruppen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus: Beide können Mitglieder enthalten, Inhalte bereitstellen und für die Zusammenarbeit genutzt werden.

Trotz dieser Gemeinsamkeiten verfolgen die beiden ILIAS-Objekte unterschiedliche Zwecke. Während der Kurs die gesamte Lehrveranstaltung abbildet, dienen Gruppen dazu, bestimmte Teilnehmendenkreise innerhalb einer Veranstaltung zu organisieren.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zwischen Kurs und Gruppe und erläutern, welche Funktion die beiden Objekte in ILIAS erfüllen.

Der ILIAS-Kurs

Der zentrale Raum für die Lehrveranstaltung

Der Kurs ist das zentrale Objekt für eine Lehrveranstaltung in ILIAS. Bei uns an der FH Dortmund wird er in fast allen Fachbereichen automatisch aus HISinOne bereitgestellt und bildet die organisatorische Klammer für alle Teilnehmenden einer Veranstaltung. Ein ILIAS-Kurs bildet in der Regel die gesamte Lehrveranstaltung oder das gesamte Modul ab. Hier finden Lehrende und Studierende alle relevanten Materialien, Termine, Übungen, Tests und Kommunikationsangebote an einem zentralen Ort.

Im Kurs können beispielsweise

  • Lehrmaterialien bereitgestellt
  • Ankündigungen veröffentlicht
  • Übungen und Tests organisiert
  • Termine verwaltet und
  • Lernfortschritte dokumentiert werden.

Kurz gesagt: Der Kurs ist der Hauptcontainer für die Lehre. Alle Studierenden einer Veranstaltung werden hier zusammengeführt und erhalten Zugriff auf die zentralen Inhalte.

ILIAS-Beispielkurs mit Gruppe "Wirtschaftsinformatik"

Die ILIAS-Gruppe

Der Raum für Teilgruppen und Zusammenarbeit

Eine Gruppe ist ebenfalls ein Container-Objekt mit eigener Mitgliederverwaltung. Ihr eigentlicher Zweck besteht jedoch darin, kleinere Arbeits- oder Lerngruppen abzubilden.

Innerhalb einer Lehrveranstaltung entstehen häufig Situationen, in denen nicht alle Teilnehmenden dieselben Materialien oder Arbeitsbereiche benötigen. Genau hier kommen Gruppen ins Spiel.

Typische Beispiele sind:

  • Parallelgruppen (gleicher Kurs, unterschiedliche Kurszeiten)
  • Projektgruppen
  • Referatsgruppen
  • Praktikumsgruppen
  • Tutorien
  • Übungsgruppen
  • Arbeitsgruppen mit eigenen Materialien

Gruppen können innerhalb eines Kurses angelegt werden und schaffen geschützte Bereiche für ausgewählte Mitglieder. Eine Gruppe kann eigene Inhalte, Termine, Kommunikationsmöglichkeiten oder kollaborative Werkzeuge enthalten und ermöglicht es, bestimmte Informationen nur für einen ausgewählten Personenkreis bereitzustellen.

Ein weiterer Vorteil: Innerhalb einer Gruppe lassen sich eigene Verantwortlichkeiten vergeben. So können Studierende zu Gruppenadministrator*innen ernannt werden und ihre Arbeitsbereiche selbst organisieren.

Öffentliche und geschlossene Gruppen

Während der Kurs die gesamte Veranstaltung repräsentiert, bildet eine Gruppe also einen bestimmten Ausschnitt dieser Veranstaltung ab. Dabei gibt es zwei verschiedene Typen von Gruppen. In ILIAS wird zwischen öffentlichen Standardgruppen und geschlossenen Gruppen unterschieden. Der Typ einer Gruppe kann beim Anlegen ausgewählt oder im Reiter “Einstellungen” einer bestehenden Gruppe angepasst werden.

Öffentliche Gruppen sind für alle Kursmitglieder sichtbar. Interessierte können einer solchen Gruppe – je nach Konfiguration – selbst beitreten oder eine Beitrittsanfrage stellen. Dieses Szenario eignet sich beispielsweise für freiwillige Arbeitsgemeinschaften oder Lerngruppen.

Geschlossene Gruppen sind dagegen nur für ihre Mitglieder sichtbar und bieten keine Möglichkeit zur Selbstanmeldung. Sie eignen sich insbesondere für fest zugeordnete Projektteams, Praktikumsgruppen oder Tutorien, bei denen die Zusammensetzung der Teilnehmenden vorgegeben ist.

Welche Gruppenart die richtige ist, hängt also davon ab, ob die Mitgliedschaft offen gestaltet werden soll oder ob der Teilnehmendenkreis von Anfang an feststeht.

Gruppe in ILIAS

Warum sehe ich manchmal nur eine einzige Gruppe?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihr Kurs nur eine einzige Gruppe enthält. Die Ursache liegt in der Kopplung zwischen HISinOne (Studienportal) und ILIAS. In HISinOne gibt es zu einer Veranstaltung immer mindestens eine, oft auch mehrere Parallelgruppen. Diese Parallelgruppen wurden in der Vergangenheit grundsätzlich nach ILIAS übertragen – unabhängig davon, ob tatsächlich mehrere Parallelgruppen existierten oder nur eine einzige. Dadurch entstehen häufig Konstellationen, in denen ein ILIAS-Kurs lediglich eine einzige Gruppe enthält. Für Lehrende wirkt dies oft redundant, da sich die Frage stellt, weshalb neben dem Kurs zusätzlich noch eine Gruppe vorhanden ist. In solchen Fällen empfiehlt es sich, Inhalte, die für alle Kursmitglieder verfügbar sein sollen, direkt auf Kurs- und nicht auf Gruppenebene abzulegen.

Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, in HISinOne ein anderes Mapping für die Übertragung nach ILIAS zu hinterlegen. Dadurch können Veranstaltungen auch ohne zusätzliche Gruppen in ILIAS angelegt werden. Ob diese Variante für eine Lehrveranstaltung sinnvoll ist, sollte fachbereichsintern abgestimmt werden.

Kurs und Gruppe: Wie hängen die Rechte zusammen?

Ein wichtiger Unterschied betrifft die Rechtevergabe. In ILIAS gilt grundsätzlich: Alles, was innerhalb eines Kurses liegt, kann nur von Personen gesehen werden, die Mitglied dieses Kurses sind. Dies betrifft auch Gruppen, die innerhalb eines Kurses angelegt sind. Das bedeutet: Wer auf eine Gruppe innerhalb eines Kurses zugreifen soll, muss immer auch Mitglied des darüberliegenden Kurses sein. Es reicht daher nicht aus, eine Person ausschließlich einer Gruppe hinzuzufügen. Die Kursmitgliedschaft ist die Voraussetzung dafür, dass die Inhalte der Gruppe überhaupt sichtbar werden. Dieses Rechtekonzept sorgt dafür, dass der Kurs stets die zentrale Zugriffsebene einer Lehrveranstaltung bleibt.

Kurs oder Gruppe? Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Kurs

Gruppe

 

Bildet die gesamte Lehrveranstaltung ab Bildet einen Teilnehmendenkreis innerhalb einer Veranstaltung ab
Enthält alle Teilnehmenden der Veranstaltung Enthält nur ausgewählte Mitglieder
Zentraler Ort für Materialien und Organisation Ergänzender Arbeitsbereich für bestimmte Gruppen
Wird automatisch aus HISinOne bereitgestellt (FH Dortmund, alle Fachbereiche außer Informatik) Kann automatisch aus Parallelgruppen in HISinOne entstehen und/oder manuell von der Kursadministration im Kurs angelegt werden (Button “Neues Objekt hinzufügen” → “Gruppe”)
Grundlage für die Rechtevergabe Nutzt die Rechte des übergeordneten Kurses
Kann keine weiteren Kurse enthalten Kann innerhalb eines Kurses angelegt werden und weitere Gruppen enthalten

Darüber hinaus unterscheiden sich Kurs und Gruppe auch im Funktionsumfang. Während Kurse speziell für die Unterstützung von Lehrveranstaltungen entwickelt wurden, konzentrieren sich Gruppen auf die Zusammenarbeit kleinerer Teams und Lerngruppen. Daher stehen einige Funktionen ausschließlich in Kursen zur Verfügung: Lernziele, Lernempfehlungen, die Einstellung eines Verfügbarkeitszeitraumes sowie Lernplanung, also die Möglichkeit, einen bestimmten Zeitrahmen für die Bearbeitung von Lerninhalten vorzugeben. Gruppen sind bewusst schlanker gehalten und eignen sich vor allem für die Organisation und Zusammenarbeit innerhalb eines abgegrenzten Personenkreises.

Ganz konkret: Praxisbeispiel

Ein Beispiel aus dem Lehralltag macht die Unterschiede besonders deutlich: Stellen wir uns ein Seminar mit 80 Studierenden vor. Für das Seminar wird ein ILIAS-Kurs angelegt. Dort finden alle Studierenden:

  • das Seminarprogramm
  • Literatur
  • Aufgabenstellungen
  • Abgabetermine
  • Ankündigungen

Im Laufe des Semesters arbeiten die Studierenden in acht Projektteams. Für jedes Projektteam wird zusätzlich eine ILIAS-Gruppe eingerichtet. Dort können die jeweiligen Mitglieder:

  • projektspezifische Dateien austauschen
  • eigene Termine verwalten
  • gemeinsam Inhalte erarbeiten
  • interne Kommunikation organisieren

Der Kurs bleibt der zentrale Veranstaltungsraum für alle Studierenden. Die Gruppen schaffen dagegen eigene Arbeitsräume für die einzelnen Projektteams.

Kurse und Gruppen sind keine konkurrierenden Objekte, sondern ergänzen sich. Der Kurs bildet die gesamte Lehrveranstaltung ab und dient als zentraler Einstiegspunkt für alle Teilnehmenden. Gruppen ermöglichen dagegen die Organisation von Parallelgruppen, Tutorien oder anderen Teilnehmendenkreisen innerhalb einer Veranstaltung.

Wer den Kurs als „Dach“ der Lehrveranstaltung und die Gruppen als darunterliegende Arbeitsbereiche versteht, kann die Struktur in ILIAS leichter nachvollziehen und gezielter nutzen. Wir hoffen, unser Beitrag hat etwas Licht ins Kurs-Gruppen-Dickicht gebracht. Falls dennoch Fragen offenbleiben, freuen wir uns wie immer über Ihre Nachricht an das ILIAS-Team!

ilias@fh-dortmund.de

Headerbild von: ILIAS Kompetenzzentrum

  • Tags :Gruppe
  • ILIAS
  • Kurs
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