Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der 45. Entwicklungskonferenz (DevConf). Mit über einhundert Teilnehmenden verdreifachte sich die Zahl der Anwesenden im Vergleich zum Vortag deutlich. Nach der Eröffnung durch Prof. Dr. Martin Klein (katho), Prorektor für Studium, Lehre und Weiterbildung, folgte zunächst ein Statusbericht zur Entwicklung von ILIAS. Vorgestellt wurde unter anderem die Roadmap der kommenden Versionen – etwa das geplante Release von ILIAS 11 im zweiten Quartal 2026 sowie der verlängerte Supportzeitraum für ILIAS 10 bis Juni 2027.
Anschließend berichteten verschiedene Community-Gruppen über ihre Arbeit. Beiträge aus der Security Group, dem Editorial-Team (ILIAS-Hilfe und Handbuch) sowie zur Dokumentation datenschutzrelevanter Aspekte einzelner ILIAS-Komponenten gaben Einblicke in zentrale Themen rund um Sicherheit, Dokumentation und Compliance.
Der Vormittag endete mit zwei Vorträgen zu Barrierefreiheit und inklusiver Sprache – letzterer zu Verbesserungen im deutschen ILIAS-Sprachpaket (mehr dazu im Blogbeitrag auf ilias.nrw). Am Nachmittag fanden drei parallele Sessions mit vielfältigen Themen aus Entwicklung, Betrieb und Anwendung von ILIAS statt.
Fokuspunkt KI: Effizienz durch intelligente Agenten
Ein zentrales Thema der Nachmittagssessions war der Einsatz Künstlicher Intelligenz in und rund um ILIAS. Verschiedene Beiträge zeigten Lösungen, die in der Entwicklung von ILIAS sowie im Umgang mit Quellen Neuerungen bringen.
So demonstrierten Elyesa Seidel (Uni Düsseldorf) und Andre Machon (FlowCon AI), wie KI-Agenten, sogenannte „Writer-“ und „Critic-Agents“ bei der Erstellung von Datenschutzdokumentationen helfen können – ein Bereich, der bislang häufig mit erheblichem manuellem Aufwand verbunden ist. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf sogenannten RAG-Systemen (Retrieval Augmented Generation). Marko Glaubitz (Uni Freiburg) und Alexander Killing (leifos GmbH) sowie Sabrina Marquardt (katho) und Jesús Copado (SURLABS) stellten unterschiedliche Ansätze vor, wie solche Systeme an ILIAS angebunden werden können. Ziel ist es, großen Sprachmodellen kuratierte und geprüfte Wissensquellen bereitzustellen. Dadurch sollen sogenannte „Halluzinationen“ reduziert werden – also Antworten, die von KI-Systemen erfunden werden. Gerade im Kontext von Studium und Lehre kann dies zu einer verlässlicheren Nutzung von KI beitragen.
Auch im Bereich Qualitätssicherung kommt KI zum Einsatz: Maximilian Becker (Databay AG) präsentierte Ansätze für automatisierte Testszenarien, mit denen sich neue Releases von ILIAS auf Stabilität und Funktionalität prüfen lassen.
Verbesserungen für Nutzende: Betroffenenrechte und Push-Nachrichten
Neben den technischen Entwicklungen standen auch Verbesserungen aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer im Fokus. So stellten Felix Jonas (Databay AG) und Elyesa Seidel (Uni Düsseldorf) eine neue Schnittstelle vor, mit der sich relevante Nutzerdaten komponentenübergreifend aus ILIAS extrahieren lassen. Damit wird das Auskunftsrecht nach Datenschutzvorgaben technisch unterstützt: Die entsprechenden Informationen können automatisiert zusammengestellt und bereitgestellt werden.
Eine weitere Neuerung betrifft die Kommunikation innerhalb des Systems, wie Ingmar Szmais (Databay AG) in seinem Beitrag erläuterte. Mit ILIAS 11 sollen Push-Benachrichtigungen eingeführt werden. Informationen und Aktualisierungen können dann direkt als Push-Nachricht versendet und empfangen werden – eine Ergänzung zu den klassischen ILIAS-Mails und eine Funktion, die viele Nutzerinnen und Nutzer aus anderen Anwendungen bereits gewohnt sind.
Neben diesen Themen gab es zahlreiche weitere Präsentationen zu Plugins, Funktionserweiterungen und aktuellen Entwicklungen rund um ILIAS. Ein Großteil der Präsentationen der Vorträge sind ebenso verfügbar wie Aufzeichnungen der meisten Vorträge.